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07.05.2012

neues Projekt

In dieser Woche ein etwas anderer Wochenbericht. Erstellt wurde er von Gordon Nickel und unserer neuen Segeltestcrew und Regattacrew der Platu 25.
Als Achterbahnfahrt beschreibt Gordon die Schwierigkeiten ein neues Regattaprojekt zu starten und die ersten Erfahrungen auf der Regattabahn.

Gordon schreibt:

Achterbahnfahrt als Saisonauftakt

Dass Jens seine Regattakarriere zum Ende 2011 erst einmal nicht fortsetzen wollte passte bei mir perfekt, konnte ich doch einen Teil seiner Crew übernehmen. Ich selber war mit der erfolgreichen J-80 Saison fertig und Morten, Sebastian und Nils beendeten die Saison auf der X-Play. Somit stand unsere Crew fest. Da wir schon im Sommer mit dem Gedanken gespielt hatten, eine eigene Kampagne auf die Beine zu stellen, begannen wir eine Sponsorenmappe zu erstellen, es mussten Gelder aufgetrieben werden. Dies gestaltete sich jedoch schwerer als erwartet und das Projekt drohte zu scheitern, da uns die Gelder für ein Boot fehlten.
Als Morten kurz vor Weihnachten ein günstiges Boot auf der Platu Klassenvereinigungsseite fand, erblickten wir einen kleinen Hoffnungsschimmer. Da noch nicht genug Sponsorengelder zusammen gekommen waren, musste das Ersparte dran glauben.
Am 26.12. fuhren wir also zu viert nach Valencia in Spanien, mit der Hoffnung ein Schnäppchen zu landen. Doch das Boot, das wir vorfanden, war in keinem Sinne regattafähig. Nach einigem Handeln mit dem Vorbesitzer wurden wir neue Besitzer einer Platu 25. Zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir eine Menge Arbeit vor uns hatten. Nach einem kurzen Badestopp am Mittelmeer ging es dann in einer 26-Stunden-Fahrt zurück nach Stade. Da wir rechtzeitig (Anfang März) in die Saison starten wollten, begann direkt nach der Rückkehr am 30.12 die Winterarbeit.
Durch einen Zufall erfuhr der Bremerhavener Werftbesitzer Frank Kamlade von unseren Problemen mit dem großen Reparaturaufwand. Schnell sagte er seine Unterstützung zu und mit der Hilfe von Frank Kamlade und seiner Werftcrew wurde der Rumpf wieder perfekt gemacht, incl. Kieldemontage, Überarbeitung und erneuter Montage. Bei der Lackierung hat er sich selbst noch einmal übertroffen und somit bekamen wir ein echtes Juwel von ihm zurück.
Den Mast konnten wir durch Unterstützung des Tauwerk Hersteller Liros wieder regattafähig ausrüsten und durch die Hilfe der Frisch GmbH konnten wir das Schiff mit neuem Decksequipment ausstatten.
Zur Crew hinzu kam noch Nils Färber aus Itzehoe. Da wir noch einen fünften Mann brauchten und er Zeit und Lust hatte, passte es perfekt.
Wir wollten am 10./11. März mit den Segeltests beginnen. Die Woche vor dem ersten mal Segeln war sehr stressig. Nach der Schule hieß es, direkt zum Boot und bis tief in die Nacht arbeiten. Dann war der Tag gekommen: Erstes Kranen und Maststellen, am Boot mussten wir noch viele Blöcke anbauen, Strecker einscheren usw.
Am Samstag und Sonntag segelten wir das erste Mal und es klappte von Anfang an mit der Crew sehr gut. Somit rückte unser Ziel an den ersten Regatten in Kiel teilzunehmen näher. Unter der Woche durften wir kostenlos bei “Hol Rut“ in Cuxhaven am Steg liegen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!
Das folgende Wochenende testeten wir weiter an den Segeln herum. Ein Großteil der Segelwerkstatt Mitarbeiter hatte mit vielen kleinen und großen Ideen geholfen, die Segel bis ins kleinste Detail auszufeilen. Es wurden erst mehrere Testsegel gebaut und danach der erste richtige Regattasatz, ein spannender Moment.
Da wir für die Segelwerkstatt Stade als Testboot segeln wurde gleich der erste Regattasatz genutzt, ein bisher nicht verarbeitetes Segeltuch zu testen.
Nachdem wir das Boot nach Kiel gebracht hatten, trafen wir uns noch einmal um uns als Crew mehr einzuspielen. Doch durch den vielen Wind wurde dies mehr zum Überlebenstraining. Wir fanden aber unseren Spaß auf den schnellen Vorwindgängen.
Dann war es soweit, die erste Regatta in Kiel. Der “Lubinus Cup“ von der Lubinus Klinik in Kiel gesponsert wurde gestartet. Wir hatten das Boot komplett umgerüstet und „regattafit“ gemacht, die Segel waren auch rechtzeitig fertig geworden und wir konnten stolz auf unsere Leistung sein.
Bei wenig Wind, zwischendurch mit dicken Gewitterfronten, konnten wir uns am ersten Tag mit der Serie 6, 2, 2 und insgesamt Platz 2 von 11 Startern sehr über dieses positive Ergebnis freuen. Das einzige, was uns Sorgen machte, war der Vorsprung vor unseren Verfolgern, der nur sehr knapp war. Der Sonntag startete ebenfalls bei sehr wenig Wind. Die vielen Winddreher und Windfelder machten es zu einer taktisch geprägten Regatta. Mit der Serie 1, 8, 2 übertrafen wir uns selber. Wir konnten unseren Platz vom Vortag somit halten und freuten uns sehr über den 2. Platz. Die “Randale“ aus Berlin gewann und die “Ciao“ aus Berlin wurde Dritter. Die Regatta zeigte uns, dass wir als Crew auf Anhieb funktionieren und sehr viel Potenzial haben. Wir lernten viele nette Leute kennen und auch das Feld war sehr fix unterwegs. Die Spanne zwischen dem 1. Platz und dem 5. Platz war nicht sehr groß. Dazu lernten wir viele neue Tricks von den anderen Booten kennen.
Vom 28.4.- 1.5. fand in Kiel die Mai Offshore Regatta statt. Dies ist gleichzeitig der erste Teil des vierteiligen Deutschland Cups. Wir waren nach dem vorherigen Wochenende sehr motiviert und wollten an unseren Erfolg anknüpfen. Doch dies wurde am Samstag bei starkem Wind eher ein Reinfall. Wir kämpften gegen die Welle und den Wind an, unser Fockfall machte leider nicht mit. Dadurch, dass die Fock immer rutschte, konnten wir keine schnelle Kreuz segeln. Somit bauten wir das Fall am Ende des Tages so um, dass das Problem gelöst wurde. Leider waren wir mit zwei 7 Plätzen von 13 Booten ohne jede Chance. Doch auch andere Crews traf es hart, bei anderen Platus brach das Ruder oder zerriss der Spinnaker.
Der zweite Wettfahrttag wurde wegen zu starkem Wind, in Böen bis 35 kn, gar nicht erst gestartet. Wir machten unsere Köpfe frei, in dem wir zu dem Handball Champions League Viertelfinalrückspiel des THW Kiel gingen.
Am dritten Wettfahrttag war nur noch ganz wenig Wind und wir fuhren auch wieder gut mit. Doch durch einen 30° Winddreher fielen wir vom 4. Platz auf den 7. Platz zurück. Nur durch einen guten Vorwindgang konnten wir uns noch einen Platz vorarbeiten. Bei der zweiten Wettfahrt des Tages war kein Wind mehr und wir mussten dazu noch nach einer Tonnenberührung kringeln. So wurden wir nur zwölfter und erreichten insgesamt am Tagesende den 8. Platz. Damit waren wir unzufrieden und wollten uns am folgenden, letzten Tag noch einmal richtig verbessern. Leider wurde es durch Starkwind wieder eher zu einem Überlebenstraining. Mit zwei sechsten Plätzen mussten wir uns zufrieden geben. Insgesamt reichte es am Ende nur für Platz 7. In der Newcomer-Wertung des Deutschlandcups liegen wir aber auf Platz 1.
Mit vielen neuen Erfahrungen werden wir in zwei Wochen am Möhnesee wieder voll angreifen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen unseren Sponsoren und Unterstützern, insbesondere bei Frank Kamlade und seiner Werftcrew, ohne die das Projekt nicht hätte realisiert werden können.

Unser Sponsoren für das Jahr 2012 sind:
Yachtwerft Frank Kamlade, Bremerhaven.
Versicherungsagentur Seroka / Generali, Cuxhaven.
Färber Gas, Itzehoe.
Tauwerkhersteller Liros.
Yachtausrüster Frisch / Harken.
Segelwerkstatt Stade

In Namen der Crew beste Grüße
Gordon Nickel
GER 231